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Postenwanderung und Widerstand gegen Aushubdeponie

Die geplante Aushubdeponie im Gebiet «Buech» zwischen Ueken und Herznach stösst auf grossen Widerstand. Am Samstag, 19. September 2015 ab 10.00 Uhr orientiert der Verein Erhalt Buech im Rahmen einer Informationswanderung über die ökologischen Werte dieses Gebiets und die Folgen einer Deponie.

In rot die geplante Deponiezone, in blau die vorgeschlagene Route unseres Infotages

Anfangs März dieses Jahres informierte eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des des Planungsverbandes Fricktal Regio , der federführenden Unternehmen und der betroffenen Gemeinden die Medien, über mögliche Standorte für Aushubdeponien. Da insbesondere im oberen Fricktal ein Ungleichgewicht zwischen dem Anfall von sauberem Aushubmaterial und Ablagerungsmöglichkeiten in Auffüllstandorte bestehe, wurden mögliche Standorte evaluiert. Fricktal Regio hat, mit den betroffenen Gemeinden, die Standorte «Buech» in Herznach sowie «Breiti» in Hornussen zur Festsetzung im kantonalen Richtplan vorgeschlagen.

Olivia Wassmer, Natur- und Umweltverantwortliche, und Max Sterchi, Präsident des Vereins Erhalt Buech Herznach-Ueken, zeigen auf das Gebiet, wo die Deponie geplant ist. Foto: Fabrice Müller

Olivia Wassmer, Natur- und Umweltverantwortliche, und Max Sterchi, Präsident des Vereins Erhalt Buech Herznach-Ueken, zeigen auf das Gebiet, wo die Deponie geplant ist. Foto: Fabrice Müller

Schützenswerte Landschaft
Der Standort «Buech» zwischen Ueken und Herznach ist jedoch eine ökologische Ausgleichsfläche mit Wiesenblumenstreifen, Fromentalwiesen, Hochstämmen usw. Sie ist Teil des Juraparks Aargau und wird staatlich gefördert. Gemäss Natur- und Heimatschutzgesetz gehört der Jurapark, und somit der Standort „Buech“, zu den schützenswerten Landschaften mit hoher Biodiversität im Fricktal. Im April riefen Bewohnerinnen und Bewohner von Ueken und Herznach den Verein Erhalt Buech ins Leben mit dem Ziel, die geplante Aushubdeponie zu verhindern und den ökologischen Wert des Gebiets «Buech» zu erhalten. Mittlerweile zählt der Verein bereits über 180 Mitglieder, wie Vereinspräsident Max Sterchi informiert.

Informationswanderung mit sechs Ständen (siehe Karte oben)
Am kommenden Samstag, 19. September, führt der Verein um die geplante Deponie eine Informationswanderung durch, parallel zur geplanten Bannwanderung der Kulturkommission Ueken. An sechs Ständen werden die Teilnehmenden zwischen 10 und 16 Uhr über Themen wie Biodiversität, Jagd und Tiere, den Jurapark Aargau sowie die Folgen einer Deponie in diesem Gebiet informiert. Ausserdem können verschiedene Produkte aus dem Jurapark Aargau degustiert  werden. Um zu veranschaulichen, wie die geplante Deponie die Topografie der Landschaft verändern würde, wird der Verein bei schönen Wetter mit Hilfe einer 500 Meter langen Ballonkette das neue Höhenprofil anzeigen.

Zu nahe, zu laut, zu staubig
Was sind die Hauptkritikpunkte des Vereins gegen die Aushubdeponie, an deren Evaluation die kantonale Abteilung für Umwelt, Sektion Abfälle und Altlasten, der Regionalplanungsverband Fricktal Regio und drei Fricktaler Bauunternehmen  involviert waren. «Wir sind gegen diese Deponie, weil sich der Standort zu nahe an der Wohnzone von Ueken und Herznach und mitten im Jurapark Aargau mit schützenswerten ökologischen Ausgleichsflächen befindet», sagt Max Sterchi. Die Gegner der Deponie befürchten eine starke Lärm- und Staubbelastung durch schwere Verdichtungsmaschinen auf der Deponie sowie den LKW-Verkehr. Sie rechnen mit über hundert Fahrten zur Deponie pro Tag.

Kritik am Evaluationsverfahren
Weiter stellt der Verein gewisse Zahlen und Annahmen im Evaluationsbericht in Frage. So rechnen sie zum Beispiel – im Gegensatz zu den Initianten – nicht mit einem Anstieg des Bauvolumens im oberen Fricktal, weil gar keine weiteren Einzonungen mehr geplant bzw. möglich seien. Folglich stuft der Verein den Bedarf nach einer neuen Aushubdeponie weniger hoch ein als die Initianten. Kritisiert wird ausserdem der Import von Aushubmaterial aus anderen Gegenden und gar aus anderen Kantonen  aus wirtschaftlichen Gründen, was als Folge weitere Deponien nötig mache. Und schliesslich sei die Gemeinde Ueken als Hauptbetroffene Kommune nicht in das Evaluationsverfahren miteinbezogen worden, ebenso wenig wie die betroffene Bevölkerung. Zudem ist in der Zwischenzeit in Sisseln eine brachliegende Auffülldeponie reaktiviert worden, und in Rheinfelden und Kaisten werden neue Kiesabbauvorhaben umgesetzt, die mittelfristig als Auffülldeponie genutzt werden. Laut Max Sterchi dürfte sich nach heutigem Kenntnisstand der Grosse Rat 2016 mit der Umzonung des «Buech» vom Kulturland in eine Deponiezone beschäftigen. Bei einer Annahme durch den Grossen Rat wird die Gemeindeversammlung von Herznach voraussichtlich im Winter 2016 über die Deponie abstimmen.

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