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Wieso 99 % der Bevölkerung nichts davon hat!

Warum braucht es heute dezentrale Aushubdeponien wie im Buech Herznach geplant?

  • Früher wurde Kies aus Gruben abgebaut und anschliessend mit sauberem Aushubmaterial aufgefüllt.

Warum hat sich dieses Gleichgewicht verschoben?

  • Die Unternehmen sauberes Aushubmaterial aus Nachbarkantonen oder Regionen importieren.
    Mehr Recycling betrieben wird.
  • Kies billig aus dem Ausland importiert wird, aber der Aushub in der Schweiz bleibt, weil der Export zu teuer wäre.
  • Kiesabbau in der Region wird nicht vorangetrieben.

Wer ist der Auslöser des Problems?

  • Die Unternehmer.
  • Die vermehrte Bautätigkeiten, öffentliche Hand und Private. (Strassen, Tunnel, Industrie, Häuser)
  • Wann kann eine dezentrale Deponie bewilligt werden?
  • Wenn der Nachweis erbracht ist, dass die Kiesgruben und Steinbrüche voll sind.
  • Eine Studie der ilu AG, Horw hat ergeben das im Oberen Fricktal Bedarf ab ca. 2018 besteht.
  • Auftraggeber der Studie siehe unten

ERFASSUNG UND ANALYSE KANTONALE AUSHUBENTSORGUNG

Kanton Aargau, Amt für Umweltschutz / Kanton Solothurn
Seit 2008 jährliches Monitoring der regionalen Materialflüsse und Deponiereserven als Instrument für die zukünftige Planung durch Kantone zusammen mit dem Verband der Kies- und Betonproduzenten. Konzept, Befragung Deponiebetreiber, Darstellung und Analyse der Daten, Prognose.

 

Wer, was, wann, wie ist in diesen „GEHEIMEN“ Evaluationsprozess für eine Deponie eingeweiht?

WER

  • Arbeitsgruppe
  • arge arf, bestehend aus Ernst Frey AG, KAISERAUGST, Erne AG, LAUFENBURG, Ziegler AG, SISSELN,
  • Fricktal Regio, Ilu AG Horw, AfU/Sektion Abfälle Kanton, RZ GEOKONZEPT GmbH, Bellikon,

WANN

  • Arbeitsgruppe seit März 2012
  • Gemeinderäte von Herznach seit Mai 2014
  • Grundeigentümer seit Herbst 2014
  • Anträge Richtplananpassung vom Gemeinderat Herznach Februar 2015
  • Steuerzahler seit März 2015

WAS

Suche nach einem regionalen Deponiestandort für sauberes Aushubmaterial aus der Region im Oberen Fricktal.

Definierte Region Oberes Fricktal (Herznach liegt by the way am südlichen Rand)

WIE

  • Nach Kriterien die TVA vom Bund vorgegeben sind, jedoch pro Arbeitsgruppe und Gutdünken bewertet und sogar gestrichen werden können

 

Hier einige interessante Ausschnitte von Bund und Kanton

Technische Verordnung über Abfälle (TVA)
vom 10. Dezember 1990 (Stand am 1. Juli 2011)
Der Schweizerische Bundesrat,
1. Kapitel: Zweck und Begriffe
Diese Verordnung soll:
a.Menschen, Tiere, Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften sowie die Gewässer, den Boden und die Luft vor schädlichen oder lästigen Einwirkungen schützen, die durch Abfälle erzeugt werden;
b.die Belastung der Umwelt durch Abfälle vorsorglich begrenzen.
Ausschluss- und Bewertungskriterien4 Ausschlusskriterien bezeichnen Flächen mit bestimmten Eigenschaften (Wald, Siedlungsflächen usw.), welche aufgrund einer gesetzlichen Vorgabe oder aufgrund eines öffentlichen Interesses nicht für eine Aushubdeponie in Frage kommen. Bei der Standortevaluation werden diese Flächen vor der Bewertung der restlichen Flächen ausgeschlossen. Resultieren jedoch durch die Anwendung der Ausschlusskriterien zu wenige potenzielle Deponiestandorte in einer Region, kann die Arbeitsgruppe gewisse Ausschlusskriterien streichen, vorausgesetzt, der rechtliche Ermessensspielraum ist gegeben. Bewertungskriterien berücksichtigen die Themen Mensch, Natur und Wirtschaft. Sie werden regionsspezifisch in Unterkriterien gegliedert.

Was ist eine regionale Deponie?

  • In der Region für die Region. Tönt gut!

Wie können die Betreiber (die überregional tätig sind) dies garantieren?

  • Die Deponie untersteht dem Gesetz des BAFU. Laut diesem Gesetz dürfen 30% überregional angeliefert werden.
  • Es besteht also die Gefahr, dass unsere regionale Aushubdeponie gar nicht so regional ist.

Was ist sauberer Aushub?

  • Es gibt klare Deklarations- und Kontrollvorschriften.
  • Die Kontrollen basieren jedoch auf Stichproben und nicht auf einer 100% Kontrolle.

Was passiert mit dem kleinen Restrisiko?

  • ????

Wie gross soll die Deponie Buech werden?

  • Die geplante Fläche beträgt ca. 212‘280 m2 ( Platz für 2 mittlere Bauernbetriebe)
  • Die Aufschüttung ca. 2‘200‘000 m3 (184‘000 LKW)
  • Die durchschnittliche Schütthöhe beträgt ca. 11 m. Die Maximale ca. 25 m Höhe
  • Das jährliche Deponievolumen wird auf rund 120‘000 m3 geschätzt.
  • Es besteht eine Differenz von 60‘000 m3.

Wie wird das Material angeliefert?

  • An 220 Arbeitstagen pro Jahr (im Sommer mehr als im Winter)
  • Mit LKW von ca. 12 m3
  • Das sind 45 Lastwagen pro Tag hin und zurück; macht 90 Fahrten.
  • Berücksichtigt man die Differenz könnten es auch 140 Fahrten sein pro Tag.
  • Bei einem Arbeitstag von 9 Std. macht das pro 3,85 Minuten einen LKW.
  • Oder zu Spitzenzeiten Mai / Juni / Juli z.B. ein LKW jede 2. Minute.

Wie verteilt sich der massive Mehrverkehr mit den LKWs?

  • Vorausgesagt wird, dass mindestens 90% der LKWs von Frick her durch Ueken fahren werden. Ca. 10% von Zeihen.
  • Wenn aber 30% überregional deponiert werden kann, könnte auch 30% durch Herznach fahren.
  • Welcher Optimist prognostiziert keinen einzigen LKW der mehr durch Herznach fährt?
  • Die Verkehrssituation ist in Herznach jetzt schon prekär (zu Stosszeiten steht man im Stau)
  • Die Einmündung Zeiherstrasse auf die Hauptstrasse wird masslos überfordert sein.

Wie lange könnte die Deponie betrieben werden?

  • Rechnet man das Deponievolumen, durch 12 m3, durch 220 Arbeitstage, durch 45 LKWs, ist die Betriebsdauer auf mind. 18 Jahre ausgelegt. Im Gegensatz zu 10 Jahren wie es die Betreiber diagnostizieren.
  • Wäre Sie nach 10 Jahren voll, wären es fast doppelt so viele LKWs pro Tag
  • Zudem gibt es eine Hintertüre. Wenn keine Folgedeponie zur Verfügung steht, kann die Betriebsbewilligung verlängert werden oder die Deponiehöhe vergrössert.

Wie sieht das Betriebskonzept für die Deponie aus?

  • Ein Betriebskonzept wird erst zu einem späteren Zeitpunkt erstellt. Erst dann werden die genauen Abläufe sichtbar gemacht.
  • Sicher wird aber mit schweren Baumaschinen das angelieferte Material verteilt und verdichtet.
  • Diese Maschinen sind eine permanente Lärm- und Staubemission. Da Herznach wenig Bewölkung dafür mehr Wind hat, wird sich dieser Feinstaub fein säuberlich über die ganze Nachbarschaft verteilen. Je nach Windrichtung sicher auch bis zum Schulhaus.

Warum vergessen wir unsere Nachbarn?

  • Die Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden wurde in den letzten Jahren vorangetrieben.
  • Obwohl die Deponie auch Ueken und Zeihen betrifft haben diese Gemeinden kein Mitspracherecht. Geht man so mit Nachbarn um?

Wie steht es um den Gesundheitszustand der betroffenen Steuerzahler?

  • Staub belasten die Atemwege. Kinder leiden sicher mehr darunter. Auch Tiere sind nicht zu vergessen. Viele Anwohner haben Herznach als Wohnort gewählt weil die Kinder und Tiere hier noch auf dem Land mit guter Luft aufwachsen und gedeihen können.
  • Permanente Lärmbelastung ist als Stressfaktor unterdessen medizinisch anerkannt.
  • Zudem haben wir über unseren Köpfen bereits das Holding vom Airport Zürich.
  • Die Kunstflieger von Schupfart und Birrfeld üben bei schönem Wetter ihre Pirouetten.
  • Wir sind im ungewissen ob ev. das Tiefenlager auf dem Bözberg kommt.
  • Was noch?

Wie sieht der finanzielle Aspekt aus?

  • Die Landeigentümer erhalten während der gesamten Betriebsdauer Fr. 2,50 pro m3. Dies ergibt ca. Fr. 5.5 Mio.
  • Die Gemeinde Herznach Fr. 1,50 pro m3. Dies sind etwa Fr. 180‘000.— pro Jahr oder 127.—pro Einwohner.
  • Das Budget der Gemeinde Herznach beträgt Fr. 5,5 Mio. Diese Fr. 180‘000.— machen etwas mehr als 3 % des Budgets aus. Dies hat kein Potenzial für eine Steuersenkung.
  • Die Gemeinde Ueken erhält nichts.
  • Heute zahlt ein Kunde ca. 16.—bis 20.—Fr. je nach Deponie. Tendenz steigend.
  • Für die arge arf, die Betreiber bleibt also ein dickes Polster.
  • Wer bezahlt die kaputten Strassen. Das Budget von Herznach sieht zurzeit ca. Fr. 30‘000.- für Kantonsstrassen vor.
  • Die positive Entwicklung von Herznach und der umliegenden Gemeinden wird gestört.
  • Die Attraktivität als Wohngemeinde nimmt ab.
  • Die Steuerbelastung nimmt somit eher zu als ab.
  • Wo bleiben die Bauern die das Land jetzt gepachtet haben.

Was passiert mit dem Jurapark?

  • Der Verein Jurapark wurde nicht in die Arbeitsgruppe integriert.
  • Genau wie die Steuerzahler haben sie über die Presse vom Vorhaben Deponie Herznach erfahren.
  • Obwohl das Gebiet Buech nicht als schützenswert eingestuft ist, wurden in den letzten Jahren grosse Anstrengungen und viel Geld in die Bewerbung unserer umliegenden Landschaft investiert.
  • Davon betroffen könnten auch Arbeitsplätze sein.

 

Es gibt nur eine Schlussfolgerung:
99 % der Herznacher haben nichts davon!

 

Quellen: TVA Bund, Richtlinien vom Kanton, Gemeinde Seite Herznach, ilu AG, RZ Geokonzept GmbH, Recherchen Internet auf div. Seiten, Recherchen Verein Erhalt Buech.

Herznach, 12. Mai 2015, Dominique Wernli

6 Gedanken zu „Wieso 99 % der Bevölkerung nichts davon hat!

  1. Hans-Martin Meyer

    Sehr geehrter Herr Wernli
    Zufällig bin ich auf Ihren Beitrag gestossen. Ich arbeite in der betroffenen Branche – habe aber keinerlei Bezug zu diesem Projekt.
    Es ist wichtig, dass sich die betroffene Bevölkerung mit der Problematik auseinandersetzt, denn Aushub ist ein Gut, das täglich entsteht und für dessen Beseitigung Lösungen gefunden werden müssen. Pro Jahr entstehen ca. 4,5 m3 Aushub pro Kopf der Bevölkerung… Niemand hat gerne eine Deponie vor der Tür. Aber die heutigen Vorschriften und der Stand der Technik garantiert eine tragbare, temporäre Störung einer Region (das Betriebskonzept, welches genehmigt werden muss – und natürlich erst dann erstellt werden kann, wenn der Deponieperimeter ausgeschieden ist -, nimmt darauf speziell Rücksicht. Zum Beispiel werden auch Auflagen zur Staubproblematik gemacht…).
    Aushub entsteht auch dann, wenn die Deponie nicht in der Region ist! Die gesamtheitlich betrachteten Emissionen werden dabei aber grösser und damit massiv weniger ökologisch (weitere Transportdistanzen). Die „Problematik des Deponiebetriebs“ ist dann allerdings nicht vor der eigenen Haustür – „out of sight – out of mind“.
    Betreffend des in Ihrem Artikel angesprochenen „massiven Gewinns“ der Deponiebetreiber kann ich sie beruhigen: bis zur Erlangung einer Deponiebewilligung sind Investitionen in Millionenhöhe nötig, der Deponiebetrieb unter Berücksichtigung aller Auflagen ist sehr kostspielig, die Rekultivierung (in der Regel entstehen für die Landwirtschaft massiv bessere Kulturlandflächen) wird von Fachstellen begleitet und kostet sehr viel Geld, die Instandstellung der betroffenen Zufahrtswege geht zu lasten der Deponiebetreiber – und dann all die Gebühren und Abgaben, wie von Ihnen selbst beschrieben – lassen den „Gewinn“ drastisch schrumpfen. Der eigentliche Gewinn liegt in der Reduzierung von Transportdistanzen – ein Gewinn für den Bauherrn (öffentliche Hand und Einwohner der Region) und für die Umwelt der betroffenen Regionen!

    Mit freundlichen Grüssen
    Hans-Martin Meyer

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  2. marco mayr

    Beim Aushub werden die Umweltargumente aufgeführt, nicht aber beim Import. Der Kiesimport erfolgt über Schlepper den Rhein hinauf und die Verteilung erfolgt mit dem LKW. Damit mangelt es bei uns auch an entsprechenden Gruben, in denen der Aushub deponiert werden kann. Dies ist ein typisches Beispiel für die Privatisierung des Gewinns und Abwälzen der Kosten und Lasten auf die Allgemeinheit. Ein untragbares Konzept für unsere Gesellschaft.
    Marco Mayr, Ueken

    Antworten
  3. Lienhard Menzi

    Sehr geehrter Herr Hans-Martin Meyer
    Sie behauten, dass Agrarland nach einer Ablagerung eine massiv besseres Kulturland ergäbe. Da sind Sie aber ziemlich falsch informiert. Die Biomasse verändert sich sehr stark von der Tiefe des Bodens, kehrt man also den Boden um (2m Tiefe nach oben, das was oben war nach unten), so brauch die Erde ca. 20-30 Jahre um das zu regenerieren. Bitte erkundigen Sie sich diesbezüglich am Depatement für Umwelt oder Departement für Agronomie der ETH. Ich denke, wenn Sie schon aus der Branche sind (Gemeineammann Treyer ist das ja auch und trägt einen persönlichen Profit davon), so sollten Sie sich auch entsprechend informieren.
    Aus der Branche zu sein ist eben in diesem Fall nicht ausschlaggebend, erst recht nicht, wenn Sie falsch informiert sind.
    Freundliche Grüsse
    Lienhard Menzi

    Antworten
    1. Hans-Martin Meyer

      Sehr geehrter Herr Menzi
      Danke für Ihre Worte, welche ich aber wirklich berichtigen muss: typischer Landwirtschaftsboden ist in drei Schichten aufgebaut: Die Oberste Schicht (A-Horizont, Oberboden oder Humus), die für die Fruchtbarkeit wichtigste Zwischenschicht (B-Horizont oder Unterboden) sowie das darunter liegende Material (C-Horizont, Muttergestein, Aushub..). Bei einer Geländeauffüllung (Deponie) werden zuerst die beiden oberen Schichten (A- und B-Horizonte) fein säuberlich getrennt abgeschält und am Rande des Deponieperimeters nach strengen Vorgaben zwischengelagert (begrünt und in den Ausmassen vorgegeben, so dass das Material keinen Schaden nimmt). Nach erfolgter Auffüllung wird genau dieses Material – mit fachmännischer Begleitung und Kontrolle der entsprechenden Ämtern – wieder auf dem Deponiekörper angelegt. Der Bodenaufbau erfolgt dann nach den Vorgaben des Kantons. Nebst einer für die Landwirtschft optimalen Einstellung des Gefälles (Wasserabfluss) werden, wo notwendig, Drainagen eingelegt. Bei zu schwachem ursprünglichen Aufbau der Landwirtschaftsfläche wird dann Ober- und/oder Unterboden ergänzt, so dass der Bodenaufbau optimal für die landwirtschaftliche Nutzung bereit ist. Nach erfolgter Rekultivierung ist durch den Unternehmer eine 5jährige Nachsorge der Fläche vorgeschrieben. Ziel ist immer eine Verbesserung der landwirtschaftlichen Nurzfläche (Fruchtfolgefläche).
      En liebe Gruess
      Hans-Martin Meyer

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